Wir müssen im Alltag ständig Entscheidungen treffen und oft ist die Auswahl so groß, dass wir uns bei Entscheidungen überfordert fühlen. Antizipatives Design soll dies ändern!

Antizipatives Design: Skizzen

Kennen sie das? Man geht ins Internet, weil man eine einfache schwarze Jacke kaufen möchten oder einen anderen Gegenstand braucht und die Auswahl ist so riesig ist, dass man sich einfach nicht entscheiden kann?

Die rasch fortschreitende Entwicklung neuer Technologien bietet viele neue Möglichkeiten. Sie bringt aber auch mehr Komplexität in alle Bereiche.

Gerade im Netz, wo die Masse an Informationen ständig wächst, werden wir immer wieder vor die Qual der Wahl gestellt. Nun ist es doch eigentlich positiv, die größtmögliche Auswahl zu haben und frei entscheiden zu können. Oder doch nicht?

 

Die Qual der Wahl

Zwar ist es schön, mehrere Dinge zur Auswahl zu haben, doch je größer die Auswahl, desto schwerer fällt auch die Entscheidung. Hinzu kommt, dass wir, wenn wir vor eine große Auswahl gestellt werden, hinterher tendenziell unzufrieden mit der getroffenen Entscheidung sind.

“Die schlimmste Entscheidung ist Unentschlossenheit.”

Benjamin Franklin

Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass zu viele Entscheidungsalternativen die Entscheidungsfindung behindern. Dieses Phänomen wird auch als “Marmeladen-Paradoxon” bezeichnet.
Je mehr Entscheidungen wir treffen müssen, desto irrationaler werden diese im Laufe der Zeit.

Zu viele Entscheidungsmöglichkeiten demotivieren außerdem den Nutzer, so dass dieser mit der Zeit entscheidungsmüde wird und es vorzieht, lieber gar keine Entscheidung, als eine “falsche” Entscheidung zu treffen. Diese Unzufriedenheit kann dazu führen, dass der Nutzer zukünftig Entscheidungen meidet und ihn sogar vom Kauf abhalten.

 

Was ist antizipatives Design?

Weniger Entscheidungen = weniger Stress; Antizipatives Design (engl. Anticipatory Design) soll dieser Entscheidungsmüdigkeit (engl. decision fatigue) entgegenwirken. In dem Zusammenhang treten häufig auch Begriffe wie “vorausschauendes Design”, “proactive Experience” oder auch “predictive User Experience” auf. Es geht bei diesem Konzept darum, dem Nutzer die Entscheidung abzunehmen, indem man seine Bedürfnisse antizipiert, um so einen Mehrwert für den Nutzer zu schaffen.

Dies soll durch das Zusammenspiel von 3 Komponenten erreicht werden:

  1. UX-Design
  2. Machine Learning
  3. Internet of Things

Ziel ist es, dem Nutzer möglichst flüssige, unkomplizierte und selbstverständliche Abläufe zu gewähren und ihm nur wenige, aber dafür wirklich relevante und personalisierte Auswahlmöglichkeiten zu präsentieren, um ihn eben nicht mit Informationen zu überhäufen. Durch das Zusammenwirken von gesammelten Daten, ausgeklügelten Algorithmen und der Nutzung von Schnittstellen (API’s), sollen die Bedürfnisse des Nutzers vorhergesagt und antizipiert werden, für ein möglichst angenehmes Nutzererlebnis.

Durch die Personalisierung der Benutzererfahrung wird der Nutzer nicht mehr vom Eigentlichen abgelenkt und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. “Weniger ist mehr” lautet zukünftig die Devise und erinnert hier an die Minimalismus-Bewegung, ein Lebensstil, der sich derzeit vor allem auf YouTube großen Erfolgs erfreut.

 

Antizipatives Design: Eine Gefahr für die Entscheidungsfreiheit der Nutzer?

Doch ist die Automatisierung von Entscheidungsprozessen wirklich im Interesse der Nutzer? Schränkt man den Nutzer nicht in seinen Entscheidungen ein? Was ist, wenn er sich mal spontan anders entscheiden möchte… Ist Spontanität mit antizipativem Design überhaupt noch möglich? Werden Nutzer sich tatsächlich befreit fühlen von der Last an Auswahlmöglichkeiten und zu treffenden Entscheidungen, oder werden sie eher das Gefühl haben in Ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt zu werden?

Bei dem sozialen Netzwerk Facebook und auch bei Google ist bereits eine Entwicklung in diese Richtung erkennbar. Hier werden Suchergebnisse nach Interesse, Standort, Suchhistorie und anderen Faktoren der Nutzer gefiltert, sodass ihnen nur Inhalte angezeigt werden, die ihren Ansichten entsprechen. Die Bildung solcher “Informationsblasen” wurde bereits vielfach kritisiert, da sie Menschen in ihren Ansichten bestärkt und ihnen die Möglichkeit verwährt wird, über den Tellerrand zu schauen und sich andere Meinungen zu bilden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Frage der Privatsphäre. Wie viele Informationen ist der Nutzer bereit, für optimierte Entscheidungsprozesse von sich freizugeben?

Hakisa und antizipatives Design

Wir bei Hakisa möchten unseren Nutzern zwar nicht die Entscheidungen abnehmen, aber wir achten auf einen einfachen und unkomplizierten Ablauf, um Menschen die Nutzung unserer Plattform so leicht und angenehm wie möglich zu gestalten. Bei der Entwicklung der Hakisa Technologie konzentrieren wir uns auf das Wesentliche und entwickeln daher nach dem Prinzip “Ein Button, eine Aktion“, um Komplexität zu vermeiden und gerade Senioren und Internetneulingen eine intuitive und stressfreie Nutzung unserer Lösung zu gewährleisten.