Dank des Internets haben wir heute ganz einfach Zugang zu einer unendlichen Menge an Informationen und auch der Informationsaustausch zwischen den Menschen wird immer einfacher und schneller. Open Innovation Projekte sind im Trend und auch im Gesundheitswesen wird mit Open Health Projekten versucht, Anwender und Patienten direkt in die Entwicklung neuer Innovationen mit einzubeziehen.

Open Innovation: transparence

 

Durch die rasante Entwicklung des Internets und die wachsende Vernetzung der Nutzer gewinnt auch das Phänomen des Crowdsourcing an Bedeutung.

Immer mehr Menschen setzen mittlerweile auf das Schwarmwissen, um bestimmte Informationen zu erlangen, Antwort auf eine Frage zu erhalten, oder Hilfe bei einem bestimmten Problem zu bekommen, bei dem sie allein nicht weiterkommen.

Doch nicht nur Privatleute setzen auf die “Intelligenz der Masse”, sondern auch viele Stiftungen und gemeinnützige Organisationen greifen auf diese Methode zurück. Das wohl bekannteste Beispiel ist Wikipedia, die Online-Enzyklopädie, an der jeder mitarbeiten kann, um Artikel zu erstellen, zu bearbeiten, oder zu verbessern.

 

Vom Crowdsourcing zur Open Innovation

Crowdsourcing ist eine besonders effektive Methode, da die Internet-Community aus vielen Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen und Fachwissen aus jeglichen Bereichen besteht. Daher greifen seit einigen Jahren auch immer mehr größere Firmen auf das Crowdsourcing zurück. Der Einbezug der Masse in den Entwicklungsprozess neuer Produkte wird auch “Open Innovation” genannt. 

Geprägt wurde das Konzept Open Innovation durch den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough, der diesen Begriff in seinem Buch verwendet, in dem er beschreibt, wie sich Unternehmen von so genannten geschlossenen Innovationsprozessen hin zu einem offeneren Weg der Innovation entwickelt haben.

Tatsächlich wurden Erfindungen und Innovationsprozesse bis dato eher hinter verschlossenen Türen gehalten, heute setzen Unternehmen auf die Mithilfe von Anwendern und Konsumenten.

 

Open Innovation: Welche Vorteile für Unternehmen?

Aber warum sollte ein Unternehmen es riskieren, seine geheimen und wertvollen Informationen freizugeben? Denn interne Infos zu veröffentlichen und für alle zugänglich zu machen bedeutet auch, das Risiko in Kauf zunehmen, dass diese Daten in die Hände der Konkurrenz gelangen.

Ein Grund ist der steigende Innovationsdruck. Mit der Entwicklung neuer Technologien muss alles schneller und kostengünstiger werden und der Konkurrenzdruck steigt. Dank Open Innovation erreichen Unternehmen:

  • Transparenz
  • Nähe zum Nutzer
  • Neue Perspektiven von außen
  • Vermeidung von Betriebsblindheit

Dabei ist es unwichtig, ob die Teilnehmer geprüfte Experten in ihrem Fachbereich sind oder einfach ihre kreativen Ideen zu bestimmten Themen einbringen und Vorschläge machen, ohne tief in technische Details einzusteigen. Open Innovation ist eine gute Möglichkeit, seine Nutzer besser kennen zulernen. Und je mehr man sie in den Entwicklungsprozess integriert, desto genauer entspricht das Produkt am Ende den Anforderungen und Erwartungen desjenigen, für den das Produkt ja letztendlich bestimmt ist, dem Endnutzer. Die Redewendung “Zu viele Köche verderben den Brei.” trifft auf Open Innovation Projekte jedenfalls nicht mehr zu! Hier gilt: Je mehr Menschen mitwirken, desto besser!

 

Warum nehmen Internetnutzer an Open Innovation Projekten teil?

Für ein Unternehmen arbeiten, bei dem man nicht angestellt ist und dann auch noch unbezahlt? Warum sollte jemand so etwas tun, möge man sich vielleicht im ersten Moment fragen. Doch es gibt viele Gründe, warum Menschen an Open Innovation Projekten mitwirken:

  • Teil eines Ganzen sein: Das Gefühl aktiv an der Entwicklung eines Produkts mitgewirkt zu haben und dieses später auf dem Markt zu sehen
  • Belohnung: Das Prinzip des Crowdsourcing beruht zwar auf kostenfreier Basis, viele Unternehmen bieten den Mitwirkenden jedoch Vorteile, Vergünstigungen oder Geschenke
  • Motivation durch Wettbewerb: Viele Unternehmen organisieren sogenannte Webbewerbe, also Ideenwettbewerbe über dafür vorgesehene Plattformen oder soziale Medien

 

Open Health: Open Innovation im Gesundheitswesen

Gerade im Gesundheitsbereich ist es besonders wichtig, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen, damit die Produkte so gut wie möglich an die Bedürfnisse des Patienten angepasst sind.

In Open Health Initiativen arbeiten Gesundheitsexperten, Forscher und Patienten Hand in Hand, um individuelle Lösungen in Gesundheitsfragen zu entwickeln, damit der Mensch nicht mehr nur Patient ist, sondern einen festen Bestandteil des Gesundheitssystems darstellt. Er wird somit vom passiven Leistungsempfänger zum aktiven Mitgestalter seiner Gesundheit.

Während das Konzept Open Innovation in vielen Bereichen bereits boomt, kommt die Open Health Strategie im Gesundheitsbereich bisher jedoch nur schleppend in Gang. Grund hierfür sind die Besonderheiten der Gesundheitsbranche, geschlossene und patentierte Geschäftsmodelle und langwierige Entscheidungsprozesse. So stellen sich die Fragen, wie solche neuen Health Innovationen in bestehende Systeme integriert werden können und auch ethische und rechtliche Fragen bezüglich Haftung und Garantie, sowie Qualitätskontrolle stehen noch offen.