Die Tiertherapie oder tiergestützte Therapie, auch AAT (animal assisted therapy) genannt, ist ein Verfahren zur Behandlung von körperlichen, sowie seelischen Beschwerden bei denen Tiere eingesetzt werden.

Studien haben gezeigt, dass der Kontakt mit Tieren positive Auswirkungen auf den Menschen haben kann. So wird vor allem die Tiertherapie für Senioren (z.B. in Pflegeheimen und Residenzen) immer mehr angewandt. Doch auch in anderen Bereichen, beispielsweise bei körperlicher oder geistiger Behinderung, sowie bei Kindern, findet die Tiertherapie erfolgreich Anwendung.

Die Ursprünge der Tiertherapie

Die Ursprünge der Tiertherapie gehen auf die Arbeiten der britischen Krankenpflegerin Florence Nightingale ab 1853 zurück, die während des Krimkriegs stets eine Schildkröte im Krankenhaus hatte, da sie überzeugt war, dass diese eine tröstende und angstlindernde Wirkung auf die Patienten besäße.

Tiertherapie für Senioren

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Aber nun kann er ebenfalls eine therapeutische Rolle, oder eher Vermittlerrolle einnehmen. Tatsächlich ist der Hund das Tier, welches am häufigsten für die Tiertherapie verwendet wird, da es, im Gegensatz zu anderen Tieren, leicht erziehbar und dressierbar ist. Eine Studie hat gezeigt, dass die Anwesenheit eines Hunds während einer Therapiesitzung die soziale Interaktion in der Gruppe fördert und die Kommunikation anregt. Es werden aber auch andere Tiere wie z.B. Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen oder sogar Lamas verwendet!

Positive Effekte der Tiertherapie bei Senioren

Die Anwesenheit von Tieren kann zum Wohlbefinden älterer Menschen beitragen und zahlreiche Beschwerden bei Senioren lindern:

  • Stressabbau und somit Blutdrucksenkung
  • Linderung von Einsamkeitsgefühl und Angstzuständen
  • Senkung des Schmerzempfindens
  • Verbesserung der Laune

Des Weiteren führen Senioren beim Umgang mit Tieren Tätigkeiten aus, die ganz nebenbei die Feinmotorik und kognitive Fähigkeiten trainieren. Ganz unbewusst und ohne Zwang wird somit z.B. beim Bürsten des Kaninchens die Feinmotorik gefördert und beim Spaziergang mit dem Hund, das Gleichgewicht trainiert.
Leider sind Tiere in den meisten Pflegeheimen, entweder aus hygienischen Gründen oder wegen befürchtetem Unfallrisiko nicht erlaubt. Deshalb gibt es heutzutage mehrer Vereine, wie z.B. Verein Mensch und Tier, oder Besucher auf 4 Pfoten, die Besuche mit Tieren zuhause oder in Pflegeheimen anbieten. Einige Vereine bieten auch Besuche mit Kindern und Tieren. Die Kinder haben ebenfalls Spaß an den Tieren und gleichzeitig wird der Austausch zwischen den Generationen gefördert.